Sind wir alle wirklich blöd ?

November 24, 2008

Politiker und Autobranche

Kaum mehr eine Minute vergeht, dass der geneigte Bürger Informationen, Standpunkte oder mehr im Radio, im Fernsehen oder in der Zeitung zu dieser Kombination erfährt. Und er versucht sich ein Bild zu machen:

- wer ist Schuld an der Autoabsatzkrise?
- was hat die Finanzkrise damit wirklich zu tun?
- Wie sollte und warum sollte geholfen werden?
- und, und, und…

Ich behaupte und stehe dazu:

1. Schuld sind immer die Anderen! Wenn es nach den Urteilen der Manager der Autobranche geht. Nichts ist einfacher als die Schuldfrage auszugliedern. Leider kann man damit keine Kosten einsparen! Die Schuldfrage möchte ich nicht länger diskutieren, es führt zu nichts, denn wichtiger ist der Blick nach vorn. Nur ein Satz: Wesentliche Wirtschaftspolitik wird durch den „Geldadel-Geldmacht“ bestimmt und dadurch ist die Schuldfrage bereits geklärt.

2. Keine Staatshilfe, gesunde Unternehmen finden immer Anteilseigner oder private Kreditgeber!

3. Die Autobauer haben sich nicht mit der Zeit entwickelt, nicht ausreichend und müssen die Quittung bezahlen. Ein gesundes Insolvenzplanverfahren ist der einzige Weg (außerhalb einer privaten Unterstützung) eine grundlegende Veränderung durchzusetzen und hier kann natürlich der Staat als passiver Anteilseigner einsteigen.

4. Keine Aufgabe der Klimaziele, wie sie u.a. Horst Seehofer und Peter Müller fordern. „in dem wir klar machen: Die CO2-Minderungsziele auf EU-Ebene müssen so gestaltet werden, dass keine Arbeitsplätze gefährdet werden“, sagte Seehofer der Bild am Sonntag.

„Es ist niemandem gedient, wenn wir durch eine überzogene Klimaschutzpolitik Arbeitsplätze in Deutschland vernichten.“ so Müller gegenüber dem Handelsblatt.

Meldungen zum Thema am 24.11

Frankenpost (lesenswert)

Sueddeutsche

November 16, 2008

Staatshilfen für die Autobranche

Gestern habe ich bereits meine Meinung dazu geäußert. Heute möchte ich auf eine Stellungnahme des Steuerzahlerbundes hinweisen. In dem Artikel gibt es auch eine Aussage der IG Metall zum abgeschlossenen Tarifvertrag.

Und die Kanzlerin:

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht Hilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel sowie andere Branchengrößen zur Chefsache. Mehr

Daher wiederhole ich meine Forderung an die Gewerkschaften und ergänze an die Politik und Wirtschaft:

Liebe Funktionäre, Ihr seid in der Pflicht, ohne unzählige Steuerzahler mit in die Pflicht zu nehmen, die Krise in der Automobilindustrie zu lösen. Jahrelang habt Ihr Milliardengewinne eingestrichen. Wo ist das Geld?

Euer aktuelles Vorgehen ist eine Schande, denn Ihr könnt nur fordern, fordern und fordern und das zu Lasten der Allgemeinheit.

Kein „Kleinunternehmer“ oder „Mittelständler“, und die stehen bekanntermaßen für die meisten Arbeitsplätze im Land, kann auf diese Hilfeleistungen zurückgreifen.

Last den „Dreck“ doch Pleite gehen! Es gibt genug Autobauer. Oder sorgt dafür, dass andere Autobauer das gefährdete Unternehmen kaufen. Die Arbeitsplätze sind eh verloren!

Übrigens: Mit €1MRD könnte man 100.000 Kleinunternehmer mit € 10.000 unterstützen ! Und damit kommt die Hilfe bei mehr Arbeitnehmern an, als die Anzahl, die Opel in Deutschland beschäftigt.

November 15, 2008

Erst die Banken, dann die Autobauer und zuletzt …

Gespeichert unter: Deutschland, Leben, Politik, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 11:16
Tags: , , , ,

Ich bin Freiberufler. Ich muss wie viele andere kleine Selbständige jeden Tag kämpfen, um Aufträge und mehr. Und ich kämpfe

gegen Unterstützungmaßnahmen der nicht befragten Steuerzahler für die „Großindustrie“ und „Banken“, eingeleitet und umgesetzt durch „unsere“ Regierung.

Jeden Tag bekomme ich das „Kotzen“, wenn die Damen und Herren Volksvertreter ohne unser Zutun über unser Geld bestimmen.

Das sog. Konjunkturpaket der Bundesregierung hilft nur denen, die ohnehin keine Sorgen haben. Mich interessiert es z.B. überhaupt nicht, dass der Kauf von PKW´s gefördert wird.

Wenn es der Automobilindustrie schlecht geht, dann müssen die beteiligten Personen für das Überleben kämpfen. D.h. z.B. die Reduzierung von Löhnen, die Suche nach Partnern in der Wirtschaft.

Liebe Gewerkschaften: Das wäre auch eure Aufgabe!

Oktober 23, 2008

Aufwachen Volker Kauder !

In der Financial Times Deutschland wird Volker Kauder (Unionsfraktionschef) zitiert.

„Es gibt keinen generellen Vertrauensverlust in die soziale Marktwirtschaft“, sagte Kauder der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag). Die soziale Marktwirtschaft habe sich gerade in der Krise bewährt. „Nicht das System hat versagt, sondern einzelne Manager„, sagte Kauder.

Das System hat versagt, weil das System z. Bsp. kein ausreichendes Regelwerk für Finanzderivate aufgestellt hat.

Jeder kleine Bürger, der im Internet „Sportwetten“ außerhalb von Oddset abgibt, macht sich strafbar.

Aber der kleine Bürger darf zocken – an der Börse – und diese Geschäfte sind unberechenbarer, da in bestimmten Fällen ein unbegrenztes Verlustrisiko besteht.

Auf die „Großen“ übertragen –> Der Investmentjongleur konnte und kann sich austoben (Ich erinnere an Nick Leeson). Und die Finanzbranche hat diese Toberei mit Produktinnovationen für den „Kleinen“ auf Otto Normalverbraucher ausgeweitet. Der Staat schaut zu! Nein! Er genehmigt!

Und die Wissenschaft trägt ihren Anteil, indem mit aberwitzigen mathematischen Modellen Hedgefonds konzipiert und gelebt werden. Der Staat schaut zu! Nein! Er genehmigt!

„Die entscheidenden Weichen sind jetzt mit dem Rettungspaket gestellt. Das wird wieder Vertrauen schaffen und zur Beruhigung beitragen. Das Rettungspaket ist ein wirksamer Schutzschirm.“

Vertrauen schaffe ich durch „Ehrlichkeit“, „Berechenbarkeit“ und „Aufklärung“!

Jüngstes Beispiel skandalöser Vorfälle ist die Landesbank Bayern (Bayern LB). Es werden folgen West LB und andere. Bereits vergessen (Bankgesellschaft Berlin). Sie Herr Kauder, ihre Frau Merkel, Herr Steinbrück und wie sie alle heissen sorgen durch ihr Verhalten täglich dafür, das Wegsehen, Vertuschen und Hinauszögern gefördert wird.

„Wir dürfen das Ziel der Haushaltskonsolidierung nicht aufgeben. Bis 2011 soll die Nettoneuverschuldung des Bundes auf Null gebracht werden.“

Lieber Herr Kauder, die 100 MRD Euro, die ihr gar nicht übrig habt, werden abgerufen. Wie in Gottes Namen soll das Ziel „Nettoneuverschuldung des Bundes auf Null“ erreicht werden. Selbst die gigantischen Steuermehreinnahmen der vergangenen drei Jahre haben nicht ein Stück zur Rückführung der Neuverschuldung beigetragen! Für wie blöd halten Sie die Bürgerinnen und Bürger?

Brief an Steinbrück (ein bisschen Satire ist erlaubt – auch wenn es „ernst“-gemeint ist!)

Gespeichert unter: Deutschland, Leben, Politik, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 11:43
Tags: ,

Gefunden bei dazwischengehen.org

PS: Ich zeige das Schreiben, weil ich teilweise wirklich gut lachen konnte. Schicke Ironie und Sarkasmus, aber ein wichtiger Baustein zur Sensibilisierung auf die Dinge, die uns gerade beschäftigen.

Brief an das Bundesministerium der Finanzen, z. Hd. Herrn Minister Peer Steinbrück

An das
Bundesministerium der Finanzen
Z. Hd. Herrn Minister Peer Steinbrück
Wilhelmstraße 97
10117 Berlin

Sehr geehrter Herr Steinbrück,

mit großer Erleichterung habe ich vernommen, dass das von Ihnen geführte Finanzministerium nicht mehr von der destruktiven Sparlogik der letzten Jahre getrieben ist. Ihr Rettungspaket für die deutsche Kreditwirtschaft zeugt davon, dass Sie umgedacht haben, dass der Glaube an den Mythos eines ausgeglichenen Haushalts endlich der Vergangenheit angehört. Mit etwas Glück gelingt es Ihnen so tatsächlich, das Vertrauen der Menschen in die Banken wieder herzustellen und die Kosten der Krise für uns Arbeitnehmer und Steuerzahler bei den bisher veranschlagten 500 Milliarden Euro einzufrieren.

Ganz besonders schätze ich ihre Milliardenhilfe, da sie ein Bekenntnis zu der lange ignorierten Tatsache darstellt, dass private Wirtschaftstätigkeit – das gilt für Aktien- wie für Arbeitskraftbesitzer – stets risikobehaftet ist. Ein Risiko, dass der Einzelne allzu selten vollständig abschätzen kann. Ähnlich wie etwa die Hypo Real Estate, der Sie kürzlich großzügig aushalfen, bin auch ich in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Verschiedene Negativfaktoren haben sich zu einer ungünstigen Gesamtsituation addiert: Zu den grundsätzlich unberechenbaren kapitalistischen Marktdynamiken sind steigende Lebenshaltungskosten und eine Umverteilungs- und Privatisierungspolitik gekommen, die niedrige Einkommen einseitig belasteten. Ganz wie die Hypo Real Estate, bin aber auch ich alles in allem (ich zitiere) „grundsolide“ und benötige „nur kurzfristig Liquidität“. Ich möchte Sie daher bitten, auch meinen finanziellen Engpass auszugleichen und die fehlende Summe in Höhe von __________ Euro zu überweisen.

Auch ich habe mir das Motto des „Fördern und Fordern“ auf die Fahnen geschrieben. Als Arbeitnehmer/in und Steuerzahler/in habe ich, wie Sie wissen, nicht nur die Werte geschaffen, die jüngst an den Finanzmärkten vernichtet wurden. Ich bin auch für einen Großteil der Mittel aufgekommen, mit denen Sie gegenwärtig die Zahlungsfähigkeit des Bankensektors wiederherzustellen hoffen. Doch ich darf Sie erinnern: Verantwortung ist keine Einbahnstraße! Es ist Zeit zu handeln: Zeigen Sie erneut Verantwortung und stellen Sie das Vertrauen auch in meine Zahlungsfähigkeit wieder her!

Für die Bereitstellung der genannten Summe innerhalb der nächsten 14 Tage danke ich Ihnen im Voraus. Bitte setzen Sie sich wegen der Abwicklung der Zahlung umgehend mit mir in Verbindung.

Bei Ihrer unkonventionellen Verstaatlichungspolitik wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg. Ich freue mich auf eine kleine Finanzspritze und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

(Ort, Datum, Unterschrift)

PS: Von Einladungen zu etwaigen Finanzkonferenzen bitte ich abzusehen.

Anhang

Zeichen von Deflation Teil 2

Gespeichert unter: Deutschland, Leben, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 9:01
Tags: , , ,

Gestern schrieb ich Zeichen von Deflation aus der Automobilindustrie.

Heute nun finde ich über Moltaweto (Kommentare) folgenden Artikel zum Thema Geldmangel.

1+1= ?

Deflation bei Wikipedia

Oktober 22, 2008

Danke Oswald Metzger

Gespeichert unter: Deutschland, Leben, Politik, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 7:59
Tags: , , ,

Die Verlogenheit unserer Politiker am Beispiel der Bankenkrise:

In klaren und auch für jeden denkenden Menschen verständlichen Worten erhebt Oswald Metzger Einspruch gegenüber der Großkotzigkeit der mancher Politiker gegenüber den Bankmanagern des privaten Bankensektors.

Nicht dass ihr mich falsch versteht, da draußen, ich bin gegen allerhand Entscheidungen des privaten Bankensektors, u.a. gegen

Finanzderivate als Spekulationsobjekt zuzulassen

Wachstum durch Standardisierung zu pushen

Investmentbanker als Stars/Helden zu bezeichnen und zu behandeln

Zinspolitik des billigen Geldes zu unterstützen

oder überhaupt den Zins als Wert zu verkaufen u.v.m.

Aber ich respektiere die Banker. Nicht alle zocken, ganz im Gegenteil, viele Angestellte helfen „Jung“ und „Alt“ und „Privat“ und „Gewerbe“, sie arbeiten schlicht und ergreifend und verkaufen, wie der Angestellte im Einzelhandel oder die Angestellte bei PlusundMinus (-;

Aber Oswald Metzger kritisiert zu Recht die einseitige Prügelung auf den privaten Bankensektor durch die Teile der Politik (ich füge hinzu: und die und Teile der Medien). Das habe ich hier bereits einmal am Rande erwähnt.

Ein Schelm, der da an Verquickungen denkt…

Zeichen von einsetzender Deflation ? Automobile

Gespeichert unter: Deutschland, Leben, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 4:01
Tags: ,
  • 20 Prozent Rabatt für Neuwagen
  • Teilweise bis zu 30% bei einzelnen Modellen

Durchschnittliches Rabattniveau aktuell ca 16%.

Quelle Focus

Und jetzt nicht theoretisch werden.

Oktober 21, 2008

Bank-Einlagen werden immer stärker subventioniert!

Gespeichert unter: Leben, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 9:42
Tags: , ,
  • 5,5 % Tagesgeldzinsen
  • bis zu 8 % Tagesgeldzinsen p. a. bei Depotübertrag bis 15.12.2008
  • 6% Tagesgeldzinsen

Die online Banken greifen an und bieten eine nicht refinanzierbare Guthabenverzinsung an. Der Wettbewerb um hohe Renditen im Einlagengeschäft geht in eine neue Runde.

Warum ?

Wäre es nicht an der Zeit, ein Zeichen zu setzen? Kann der Bankenverband nicht gegensteuern? Wo soll das hinführen?

Ich bitte die Fachleute um ihre Meinung. Danke!

Oktober 20, 2008

Carsten Maschmeyer AWD Vorstand und Gründer hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt!

Gespeichert unter: Deutschland, Leben, Wirtschaft — nachrichtenmuell @ 8:05
Tags: , , , ,

Nur wer gute Nerven hatte, konnte Anne Will und ihre gestrige Talkrunde zur Finanzkrise bis zum Ende durchhalten.

Nicht nur die permanente und einseitige Einprügelung auf die Deutsche Bank und Herrn Ackermann, besonders das arrogante Auftreten vom Gründer und Chef des sog. Finanzoptimierers AWD Carsten Maschmeyer war belastend.

Und seine Aussage

Eine seriöse Rendite für Vermögensanlagen liegt zwischen 8 und 10 Prozent

Das tut weh und zeigt, Herr Maschmeyer hat nichts begriffen.

Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com.